Suzuka: Yamaha siegt unter widrigen Umständen

Dramatischer hätte das Acht-Stunden-Rennen von Suzuka nicht enden können. Nachdem es schon nach einem sicheren Sieg für Kawasaki (Rea, Haslam, Razgatlioglu) aussah, gewann am Ende das Yamaha-Factory-Racing-Team (Van der Mark, Lowes, Nakasuga) unter widrigen Umständen. 

Es war zunächst ein vergleichsweise unspektakuläres 8-Stunden-Rennen, auch wenn vom Start weg Kawasaki, Yamaha und Honda um den Sieg fighteten. Mit der Zeit kristallisierten sich Kawasaki und die Honda-Werksmannschaft immer mehr als Topfavoriten um den Sieg heraus.

Spannende Schlussphase – Drama um Jonathan Rea

RedBull Honda ging mit Stefan Bradl als führendes Team in die letzten zwei Stunden, dann stieg Takuma Takahashi auf die Fireblade. Allerdings musste der Japaner zwei Stints fahren, denn der dritte Fahrer Riuichi Kiyonari kam wegen eines Bandscheibenvorfalls nicht in Frage. So bestritt Takahashi, der zu dem Zeitpunkt ohnehin schnellere Zeiten fahren konnte als Teamkollege Bradl, die letzte Stunde.

Dicht auf Takahashis Fersen war Superbike-Weltmeister Jonathan Rea, der für sein Kawasaki-Team den Sieg klar machen wollte. Die drei Sekunden Rückstand machte Rea ohne mit der Wimper zu zucken wett und zog am müde wirkenden Honda-Fahrer vorbei. Anschließend fuhr er dem sicher geglaubten Sieg entgegen, wäre aber fast noch Opfer eines Unfalls geworden! Der Nordire wollte den Japaner Samura überrunden, der jedoch innen über einen auf der Strecke liegenden Auspufftopf fuhr und abflog (Rider ok). 

Als ob das noch nicht genug gewesen wäre, fing es zu allem Überfluss in der letzten halben Stunde noch an zu regnen. Während die hinteren Fahrer auf Regenreifen wechselten, blieben die Topleute draußen. Das Wetter spielte auch dem Yamaha-Team (Van der Mark, Lowes, Nakasuga) in die Karten, das auf einmal Platz zwei in Aussicht hatte. Alex Lowes kämpfte sich an Takahashi heran und ging vorbei.

Öl auf der Strecke – Fahrlässigkeit?

Den letzten dramatischen Anstrich bekam das Rennen in den letzten zehn Minuten. Der Motor der SERT-Mannschaft verabschiedete sich und Etienne Masson sah seine Felle im WM-Kampf dahin schwimmen. Anstatt die rauchende Suzuki sofort von der Strecke zu bringen, nahm der Franzose einen Umweg durch die Wiese und verteilte noch in den nachfolgenden Kurven Öl. 

Die Rennleitung reagierte halbherzig mit geschwenkten Flaggen, unterließ jedoch eine Safety-Car-Phase. Das kostete dem Kawasaki-Team den Sieg. Auf der letzten zu fahrenden Runde geriet Rea auf die Ölspur und rutschte aus. Anschließend wurde das Rennen abgebrochen. Da Rea die Maschine nicht innerhalb von 5 Minuten zurück an die Box brachte, wurde er aus der Wertung genommen und Yamaha gewann vor Red Bull Honda und F.C.C. TSR Honda France.

Der Weltmeistertitel ging derweil an SRC-Kawaski mit David Checa, Erwan Nigon und Jeremy Guarnoni. Das französische Team durfte sich freuen ganz im Gegensatz zur SERT-Mannschaft, deren Fahrer Masson sich von der Rennleitung den Vorwurf der Fahrlässigkeit anhören durfte. Hätte man das Rennen nach dem Motorplatzer direkt abgebrochen, hätte es für SERT womöglich doch zum Titel gereicht. 

 

Hier geht es zum Rennergebnis (siehe unten)

 

Text: Dominik Lack

Foto: Yamaha Factory Racing

 

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