WSBK: Was wichtig ist in Magny-Cours mit Markus Reiterberger

Mit einer Länge von 4,411km zählt die Rennstrecke in Magny-Cours zu einer der längeren Strecken im Kalender. Sie wurde im Jahr 1960 errichtet, wobei die letzte Änderung am Layout der Strecke im Jahr 2003 gemacht wurde. Insgesamt besteht sie aus 9 Rechtskurven und 8 Linkskurven und es werden Topspeed-Werte von knapp 300km/h gemessen. Wir wollten genauer herausfinden, wo die Tücken mit einem Superbike-Motorrad hier liegen und trafen uns deshalb mit Markus Reiterberger aus dem BMW-Werksteam.

Die Kurven 1 und 2.

Sektor 1 (Kurven 1-4)

„In die erste Kurve nach Start/Ziel geht es im dritten Gang rein. Hier muss man innen am Strich sein, denn einen halben Meter befindet sich eine starke Bodenwelle. Dort habe ich im Jahr 2011 mal mein Motorrad richtig versenkt. In Turn 2 fährst du innen über die Curbs und befindest dich in Kurve 3 viel und lange Zeit in Schräglage. Dieser Sektor war für mich die letzten Jahre immer gut. Anschließend gehts mit richtig Hurra auf die Gegengerade raus, hoch bis in den 6. Gang und knapp an die 300km/h Grenze heran“

Kurve 5. Härtestes Anbremsmanöver mit den Superbikes.

Sektor 2 (Kurven 5-7)

„In Kurve 5 heißt es quasi Vollbremsung und man muss vom 6. zurück in den 1. Gang schalten. (hier herrschen Kräfte von bis zu 1,5g anm.d.Redaktion) Man befindet sich lange in der Anbremsphase und fährt die Kurve im Scheitel mit ca. 50km/h. Anschließend muss man hochschalten und viel Schwung in Turn 6 mit hineinnehmen, wieder in den Dritten runterschalten und durchbeschleunigen. Nun folgt wieder eine lange Anbremsphase, diesmal allerdings in Schräglage auf Kurve 8 zu.“

 

Die Kurve 10 muss mit viel Schwung noch aus Kurve 8 gefahren werden.

Sektor 3 (Kurve 8-12)

„In Kurve 8 musst du am Ende ganz dicht am Curb hinauskommen, um den Schwung in Turn 9 und 10 mitzunehmen. Kurve 11 ist ein wenig unnötig, denn da gehts im dritten Gang über eine Kuppe heraus weiter zur Kurve 12, die somit etwas untertourig im dritten Gang gefahren wird.“

 

 

Der kleine Hügel in Kurve 14.

Sektor 4 (Kurve 13-17)

„Kurve 13 ist die nächste Kurve, wo stärker abgebremst werden muss. Man schaltet in den ersten Gang wieder zurück und zackig hoch in den 5. Gang bis über die Kurve 14 hinüber. Dort fährt man bis in Scheitellänge mit Vollgas hin, lupft kurz das Gas um die Richtung zu bestimmen und fährt anschließend im zweiten Gang durch Turn 15 durch. Jetzt wird es noch mal tricky, da man innen über die Curbs springt. Im Trockenen ist es einfach, im Nassen ist es nicht so ohne und man muss aufpassen. Auf die Zielgerade raus beschleunigt man letztendlich bis in den 4. Gang hoch.“

Wo liegen die größten Schwieirgkeiten auf dieser Strecke?

„Definitiv in Kurve 5 der „Adelaide“. Wenn du hier Unruhen im Bike hast oder etwas zu spät bremst, dann bist du gleich ein paar Meter weg vom Scheitel. Ansonsten ist die Strecke hier in Magny-Cours im Regen immer richtig schwer zu fahren, zumal es in der Vergangenheit meistens auch noch kalt war. Die Strecke trocknet zudem nur langsam ab.“

Text: Sebastian Lack

Fotos: Dominik Lack

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