SSP300: Kappler „gingen positiv gestimmt in die Saison“

Nach dem 2. Rennen der Saison im portugiesichen Portimao Anfang August, war für die Freudenberg Mannschaft in dieser Saison Schluss, auch wenn man zwischenzeitlich noch mit den letzten beiden Events in Magny-Cours und Estoril liebäugelte. Seit dem ist es ruhiger geworden um die Piloten Kappler, Jähnig, Stange und König. Ein Grund mehr, um nachzuhaken wie es den Piloten so ergangen ist in dieser Zeit und was die Zukunft vorsieht. Daher trafen wir zuerst den Sachsen Max Kappler zum Video-Interview!

Max, wagen wir einen kleinen Blick zurück auf die vergangene Saison, welche ja nur aus den Rennen in Portimao und Jerez bestand. Es ging aus deiner Sicht in Jerez mit Platz 8 im „Last Chance Race“ nicht gut los. Der 8. Rang bedeutete keine Rennteilnahmen. In Portimao wurdest du im zweiten Rennen in Kurve 3 abgeschossen, nachdem du im ersten Lauf Rang 20 einfuhrst. Wie siehst du deinen Saisonstart?

Also der Abschuss in Portimao in Kurve 3 passte zum schlechten Saisonbeginn. Jerez war von Beginn an schlecht. Wir dachten bei den Tests im Vorfeld wir wären nicht so weit weg und dann mussten beim Auftakt gleich 3 Piloten aus unserem Team durch „Last Chance Race“. Zusätzlich hatten wir Technikprobleme am Motor, der nach nur wenigen Runden an Leistung verlor. Somit schlechte Voraussetzungen für das Last Chance Race. Es spielten einfach viele Dinge zusammen an dem Wochenende, was mehr als ärgerlich war!

Ihr konntet im Vorfeld wie gewohnt testen?

Ja die Testtage mit dem Team fanden noch vor dem „Lockdown“ statt. Insgesamt testete ich aber 2 Tage weniger als meine Teamkollegen, weil ich zur Uni musste. In Almeria hatten wir leider etwas Pech mit dem Wetter, als fast ein Tag ins Wasser fiel bzw. vom Winde verweht wurde. Da ging der verkorkste Saisonstart schon irgendwie los, obwohl wir positiv gestimmt waren!

Ihr habt mannschaftlich beschlossen, nicht mehr an der Saison teilzunehmen. In Jerez fand die Veranstaltung unter den Hygienemaßnahmen statt. Wie beurteilst du das „Corona-Management“ der Dorna?

Ich denke sie haben das Beste draus gemacht. Es war letzten Endes für alle eine schwierige Situation. Trotz der nicht ganz so starken Einschränkungen und Bestimmungen im Vergleich zur MotoGP oder Formel 1 fühlte man sich doch sicher im Fahrerlager. Zudem wurde auch konsequent gehandelt und die Teams die sich z.B. nicht an die Mundschutzregel hielten, sind rausgeflogen.

Wie war es für dich anschließend von zu Hause aus zugucken zu müssen?

Das war schon extrem hart! Das ganze Frühjahr freut man sich, dass die Saison endlich losgeht und dann kam 1-2 Wochen vor dem Auftakt die Absage. Anschließend ging es endlich los und kurz darauf wurde es schon wieder schwierig. Wir mussten abwägen wieviel wir riskieren wollen, schließlich haben wir in unserem Team neben der „Rennerei“ fast alle noch ein zweites Standbein. Sei es Schule, Arbeit etc. Ein Verdienstausfall durch Corona kann einen da schon hart treffen! Deshalb brachen wir die Saison nach Portimao ab.

Wie steht es nach der abgebrochenen Saison 2020 um deine Sponsoren?

Mein Glück ist, dass ich super Partner und Sponsoren im Hintergrund habe, die mir ihr vollstes Vertrauen und den Rückhalt geben. Die standen voll hinter der Entscheidung, dass wir die Saison nicht weiter fuhren. Von dieser Seite her entstand überhaupt kein Druck und somit konnte ich mich auch voll auf die Schule konzentrieren.

Du hast nach dem WM-Aus noch Gaststarts in der IDM  auf dem Sachsenring und in Hockenheim gegeben. Wie lief es dort?

Wir wollten ursprünglich zumindest noch die letzten beiden Events in der WM-Saison fahren, daher waren die IDM Auftritte als Tests für die WM gedacht. Aufgrund der Temperaturprobleme und dem damit verbundenen Leistungsverlust lag unser Hauptaugenmerk darauf und probierten viel mit der Elektronik. Allerdings drehten wir uns bei beiden Veranstaltungen irgendwie im Kreis und kamen nicht richtig vorwärts.

Wie war es für dich im IDM-Fahrerlager zurück zu sein?

Es war zwar eine andere Atmosphäre als in der WM, aber man kennt ja doch viele Leute! Außerdem war es mal wieder cool unter Rennbedingungen quasi auf deutschem Boden zu fahren.

Wie sieht es diesbezüglich mit der nächsten Saison 2021 aus. Werden wir dich wieder in der WM oder IDM sehen?

Bisher sind wir noch in den Planungen. Es gibt aber noch nichts was wir verkünden könnten.

Glaubst du, dass eine KTM für die Zukunft weiterhin das beste Motorrad für dich darstellt?

Die KTM ist definitiv ein sehr gutes Motorrad, keine Frage! Es ist aber das am schwierigsten zu fahrende Bike im Fahrerlager, zudem lässt sich das Setup schwieriger einstellen. Da sind für die Klasse die anderen Hersteller (Yamaha und Kawasaki) teilweise im Vorteil. Das soll keine Ausrede sein, aber als einziges KTM Team ist es echt schon schwierig. Die KTM muss perfekt abgestimmt sein, dann kannst du vorne mitfahren. Aber diese Abstimmung zu finden….wir hatten da speziell bei hohen Temperaturen immer arge Probleme und deutlichen Leistungsverlust am Bike.

 

Text: Sebastian Lack

Fotos: Kappler Presse

 

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