Eine Achterbahnfahrt der Gefühle erlebte Garrett Gerloff (Yamaha) beim ersten Rennsonntag der neuen Superbike-Saison. Im widrigen Superpole Rennen stand er auf dem Podium, später landete er im Kies und betrieb Schadensbegrenzung.

Los ging es um elf mit dem 10-Runden-Sprint. Gerloff ging von Platz sechs aus ins Rennen, verlor aber erstmal einige Positionen. Dann nutzt er die Gunst der Stunde und holte bei auftrocknender Rennstrecke auf. Lediglich Chaz Davies konnte der US-Amerikaner nur schwer abschütteln. Am Ende stand er sichtlich zufrieden auf dem Podest:

„Unser Sonntag hat mit dem dritten Platz im Superpole Race sehr gut angefangen. Das Team und ich haben mit dem Intermediate-Reifen eine perfekte Entscheidung getroffen, denn er funktionierte. Es war schön, auf dem Podium zu sein, auch wenn ich gespürt habe, dass ich den zweiten Platz geschafft hätte.“

Ähnliche Bedingungen erwarteten den Texaner drei Stunden später beim zweiten Superbike-Lauf. Diesmal jedoch war Gerloff sofort mit bei der Musik: „Im zweiten Rennen habe ich mich vom Start weg wirklich gut gefühlt und wollte zumindest um das Podest fighten.“, erklärte er. Das schaffte er, wenn auch nur für 2,5 Runden. Im Kampf mit Jonathan Rea und Alex Lowes befand sich Gerloff auf Position drei, als ihm eingangs der Kurve 14 ein Fehler unterlief, bei dem er den Weltmeister um ein Haar aus dem Rennen gekegelt hätte.

„Ich war hinter Johnny, aber ich konnte das Bike nicht so schnell stoppen wie er. Meine Optionen waren entweder, ihm ins Heck zu fahren oder auf die Innenseite zu gehen und in hoffentlich zu verfehlen. Letzteres habe ich versucht. Leider bin ich trotzdem in ihn reingefahren, aber zumindest konnte er auf dem Bike bleiben. Ich bin gestürzt, konnte das Bike aber sofort aufheben und weiterfahren. Es war etwas verbogen, aber alles in allem war das Motorrad noch gut. Ich habe also probiert, dem Team trotz des Fehlers noch ein gutes Resultat einzufahren.“

Am Ende kam Gerloff als Siebter knapp hinter Toprak Razgatlioglu ins Ziel. Auch wenn er dabei von einem Fehler Jonas Folgers profitierte, gab er sich zufrieden mit dem Ergebnis, bester Independet-Fahrer zu sein. Im Parc Fermé gab er sich als Sportsmann und entschuldigte sich vielmals bei Jonathan Rea, der jedoch beschwichtigend erwiderte: „Das ist mir auch schon passiert.“

Für die zweite Superbike-Saisonstation an diesem Wochenende ist Gerloff zuversichtlich: „Estoril ist eine Strecke, die sowohl ich, als auch meine R1 mögen.“

 

Text: Dominik Lack

Foto: GRT Yamaha

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