Dominique Aegerter (Ten Kate Racing) holte in Misano einen Doppelsieg. In einem chaotischen Rennen ging der Schweizer als glücklicher Sieger hervor und beendet das Wochenende an der Adria als WM-Führender.

Zunächst stürmte Jules Cluzel von Platz vier aus an die Spitze und führte das Feld durch die erste Runde. Weiter hinten kam es zu einem Sturz zwischen Niki Tuuli (MV Agusta), Roberto Mercandelli (Yamaha) und Filippo Fuligni (Yamaha).

Vorn war bald Steven Odendaal der Mann der Stunde. Der Südafrikaner fuhr die schnellste Rennrunde und klemmte sich an Cluzels Hinterrad. Die Führung übernahm er in Runde vier. Schnell machte er eine Lücke von einer halben Sekunde auf und schien die Mission „WM-Führung zurückholen“ ernst zu nehmen. Der fünfköpfige Yamaha-Zug schob sich im weiteren Rennverlauf aber wieder zusammen und der Ausreißversuch Odendaals schien nicht zu funktionieren.

Einen weiteren Sturz gab es zur Rennmitte für Maria Herrera. Die Spanierin erlebte einen bösen Highsider und musste medizinisch behandelt werden. Da auch die Strecke gereinigt werden musste, wurde das Rennen abgebrochen. Besonders unglücklich war dies für Can Oncü (Kawasaki), der kurz vor den roten Flaggen in der Zielkurve ausrutschte und seine Maschine nicht wieder zum Laufen brachte.

Rennen 2: Alle jagen Odendaal

12 Runden standen beim Neustart nach der Unterbrechung auf der Uhr. Entsprechend dem zuvorigen Rennstand ging Steven Odendaal von Pole ins Rennen und blieb erneut vorn. Jules Cluzel reihte sich auf Platz zwei ein, während Manuel Gonzalez als Dritter ein starkes Tempo aufnahm. Philipp Öttl machte derweil Positionen gut und fand sich auf Platz acht wieder. Dabei drehte der Deutsche sogar eine schnellste Rennrunde.

Einfach war der Job für Steven Odendaal auf Platz eins freilich nicht: Acht Piloten jagten den Bardhal Evan Bros.-Fahrer um den Misano World Circuit Marco Simoncelli. Randy Krummenacher konnte an dieser Jagd allerdings nicht teilnehmen. Bei noch sechs zu fahrenden Runden rutschte der Schweizer aus.

Bei noch wenigen zu fahrenden Runden spitzte sich die Situation vorne zu. Manuel Gonzalez ging auf Platz zwei und setzte Odendaal unter Druck, der in der Zielkurve neben die Strecke geriet. Dies veranlasste die Race Direction, ihm eine Longlap-Penalty aufzubrummen, von der er in der Konzentration der letzten Runden aber nicht viel mitbekam.

Die Chance auf einen vermeidlich sicheren Sieg verpasste Manuel Gonzalez, da er in der Curvone weitging und schließlich nur Vierter wurde. Dominique Aegerter gewann, obwohl er von der Odendaal-Bestrafung – der Südafrikaner missachtete die Longlap-Strafe und wurde um 3 Sekunden zurückversetzt – nichts mitbekommen hatte. Auf Platz zwei landete Luca Bernardi vor Jules Cluzel.

Vierter wurde Manuel Gonzalez gefolgt von Odendaal. Philipp Öttl sah die Zielflagge als Fünfter.

Das sind die Top 10 aus dem zweiten Supersport-Rennen von Misano:

  1. Dominique Aegerter (Yamaha)
  2. Luca Bernardi (Yamaha)
  3. Jules Cluzel (Yamaha)
  4. Manuel Gonzalez (Yamaha)
  5. Steven Odendaal (Yamaha)
  6. Philipp Öttl (Kawasaki)
  7. Raffaele de Rosa (Kawasaki)
  8. Marc Alcoba (Yamaha)
  9. Federico Caricasulo (Yamaha)
  10. Hannes Soomer (Yamaha)

Text: Dominik Lack

Foto: WorldSBK

 

 

 

 

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