Einen Abstecher ins Fahrerlager der MotoGP haben am vergangenen Wochenende Garrett Gerloff (WorldSBK) und Manuel Gonzalez (WorldSSP) unternommen. Die beiden Piloten reisten nach Assen, um auf dem TT-Circuit als Ersatzfahrer anzutreten.

Garrett Gerloff hatte die Ehre, in der Königsklasse am Start zu stehen. Zum zweiten Mal nach seinem Ausflug in Valencia 2020 stieg der Texaner in den Sattel einer Yamaha M1. Gerloff ersetzte den verletzten Franco Morbidelli beim Petronas Yamaha SRT Team. Mit Valentino Rossi hatte Gerloff einen prominenten Teamkollegen.

„Es war natürlich ein wenig schwierig, allein, sich die zwei Start-Buttons zu merken. Man muss die Knöpfe drücken und geht dann mit den Carbon-Bremsen in die erste Kurve ohne zu wissen, wie sie bei kühleren Temperaturen performen. Definitiv hatte in an einiges zu denken, aber um ehrlich zu sein, bin ich ein bisschen enttäuscht darüber, wie weit hinten ich war.“, erklärte Gerloff.

Über das Wochenende hinweg war er konstant am Schluss des Feldes und war nur im zweiten freien Training nicht Letzter. Im Rennen kämpfte er mit Rookie Luca Marini (SKY VR46 Ducati), den er zumindest besiegen konnte. Ins Ziel kam Gerloff auf Position 17. „Ich hatte nur ein wenig mehr erwartet, aber das Gefühl mit dem Bike ist nicht so schlecht. Es war allerdings schwierig, damit über die 26 Runden in einen Flow zu kommen.“, so der WM-Sechste der Superbikes. „Ich bin ins Ziel gekommen und damit bin ich wieder happy. Ich muss Petronas Yamaha SRT danken, dass sie mich das Motorrad haben fahren lassen. Außerdem hoffe ich, dass Franco schnell wieder gesund wird.“

Manuel Gonzalez sah in der Moto2 die Zielflagge (© Forward Racing)

Ähnlich lief es bei Manuel Gonzalez, der für Forward Racing in der Moto2 mit dem MV Agusta-Chassis unterwegs war. Der Spanier setzte in den Trainingssitzungen immer wieder Glanzlichter und war im WarmUp auch in den Top 15 zu finden. „Es war ein unglaublicher Tag.“, gab er zu. „Im WarmUp habe ich mich gut auf dem Bike gefühlt und im Rennen von vornherein gepusht.“

Das Rennen ging der Ex-Supersport 300-Weltmeister als 28. an, nachdem er aufgrund eines positiven COVID-19-Tests von Hector Garzo aufgerückt war. Weil er jedoch die Streckenbegrenzung zu oft überschritten hatte, wurde Gonzalez eine Long-Lap-Penalty aufgebrummt. „Ich bin ans Limit gegangen und das Motorrad hat gut funktioniert. Leider habe ich nach einigen Runden über die Ergebnisse nachgedacht und bin etwas langsamer geworden. Ich wusste nicht, wie sich das Bike verhält, weil ich noch nie ein Rennen mit Dunlop-Reifen gefahren war.“

Ins Ziel kam Manuel Gonzalez auf Position 22. „Das Ziel war es, das Rennen zu beenden und einige Fahrer hinter uns zu lassen, also kann man sagen, dass Manuel das Ziel erreicht hat.“, kommentierte Forward-Crew-Chief Luca Capocchiano.

Für Gonzalez stellt das Rennwochenende von Assen ein gelungenes Training dar, denn auf dem TT-Circuit findet auch die nächste Saisonstation der Supersport-WM statt. Garrett Gerloff hingegen darf vorher noch in Donington Park ran. Die Superbikes gastieren dort an diesem Wochenende zusammen mit der British Superbike-Meisterschaft.

 

Text: Dominik Lack

Foto: Petronas Yamaha SRT

 

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