Die vierte Saisonstation der Superbike-WM verlief für Jonas Folger alles andere als planmäßig. Der Deutsche hatte auf der altehrwürdigen Strecke von Donington Park seine liebe Mühe. Am Ende blieben alle Anstrengungen unbelohnt.

Nach dem Ausfall im ersten Lauf hatte Folger am Sonntag endlich auf die erhofften Verbesserungen gesetzt. Diese traten jedoch nicht ein und zu allem Übel zeigte sich auch noch das Wetter unstet. Folger fuhr im Superpole-Race mit Regenreifen los, während die meisten Konkurrenten bereits mit Intermediates bestückt waren.

„Im Superpole-Race war die Reifenwahl falsch, die vielleicht auf die allgemeine Verunsicherung zurückzuführen ist“, erklärte Folger. Ins Ziel kam der 27-Jährige auf Position 16. WM-Punkte gab es für ihn deshalb erneut nicht. Auch später im zweiten Lauf kam er auf keinen grünen Zweig: „Leider verlief auch das zweite Hauptrennen sehr enttäuschend. Ich bedauere es sehr für das komplette Team und natürlich für mich selbst, dass wir uns in einer solch schwierigen Situation befinden. Obwohl sich alle unglaublich anstrengen und viele verschiedene Dinge ausprobieren, haben wir aktuell nicht wirklich eine Lösung parat. Daher tut es mir einfach nur leid für alle und ich hoffe natürlich, dass es bald bergauf geht.“, so Folger nach einem erneuten Ausfall, diesmal mit defektem Schaltautomat.

Das Bonovo Action/MGM Racing Performance Team arbeitete das Wochenende fieberhaft an Verbesserungen. Am Ende war jedoch alles vergeblich und umso ernüchternender fällt das Resümee von Crew Chief Michael Galinski aus: „Diese vierte Runde ist leider ein Wochenende zum Vergessen. Wir haben viel versucht, Jonas ein vernünftiges Bike hinzustellen, haben Dinge vom anderen Team übernommen, aber auch eigene kreiert. Aber momentan bekommen wir es einfach nicht so hin, dass sich Jonas sicher genug fühlt, sodass er mit dem Motorrad angreifen kann.“, so Galinski.

Im Werksteam feierte man derweil die ersten Erfolge. Tom Sykes und Michael van der Mark schafften im Superpole-Race ein Doppelpodium, Tom Sykes kam in Lauf zwei als Dritter ins Ziel – erstmals seit Magny-Cours 2019. Folger hingegen geht mit null Punkten aus dem Donington-Wochenende hervor.

„Es ist leider ein trauriges Fazit, aber wir können nur nach vorne schauen und müssen hart weiterarbeiten. Dass es geht, sieht man ja an unseren BMW-Markenkollegen. Wir müssen einfach zusehen, dass wir Jonas ein Bike hinstellen können, auf dem er sich wieder super fühlt. Natürlich gehen diese Schwierigkeiten auch nicht spurlos an ihm vorüber, er kann seine Leistungen schlichtweg nicht abrufen, wenn er kein Vertrauen hat, um anzugreifen.“, meint Michael Galinski.

Weiter geht es für Jonas Folger und den Superbike-Tross auf dem TT-Circuit in Assen. Dort wird Folger vor sicherlich vielen deutschen Fans wieder angreifen und auf ein Licht am Ende des Tunnels hoffen.

 

Text: Dominik Lack

Foto: Bonovo Action/MGM Racing Performance

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