Ein Jahr hat die Superbike-WM in Assen pausiert. 2021 ist das Fahrerlager wieder in der Region Drenthe zu Gast. Wir blicken heute einmal darauf, was beim letzten Mal auf dem TT-Circuit passiert ist.

Das Wochenende begann mit frostigen Wetteraussichten. Um die 10 Grad Celsius Lufttemperatur waren zeitweise angekündigt und auch der ein oder andere Niederschlag stand im Programm. Dieser zeigte sich zum Glück am Freitag noch nicht. Auf der Strecke war es Jonathan Rea, der mit der schnellsten Zeit der freien Trainings auf sich aufmerksam machte. Für Rea ging es darum, die Erfolgsserie von Alvaro Bautista zu brechen. Dieser hatte bis dato neun Rennen in Folge gewonnen und war mit einem Vorsprung von 39 Punkten in die Niederlande gereist. In den freien Trainings tat sich Bautista noch schwer und platzierte sich nur auf Rang sechs, auch wenn der Rückstand nur knapp vier Zehntel betrug.

Einen Grund zur Freude hatte zu diesem Zeitpunkt Markus Reiterberger. Der damalige BMW-Werkspilot sah endlich ein Licht am Ende des Tunnels. Platz vier in den freien Trainings und schließlich ein dritter Startplatz in der Superpole ließen den Deutschen hoffen. Für das Rennen drückten Reiti auch die deutschen Fans die Daumen, die traditionsgemäß am TT-Circuit ordentlich vertreten waren. Auf das erste Rennen mussten die Fans aber noch etwas warten:

Pünktlich zum ersten Lauf fing es an zu schneien (© Dominik Lack).

Nach der Superpole der WorldSSP hatten bereits Graupel- und leichte Regenschauer die Strecke heimgesucht. Zwar war der 4,5 Km-lange Kurs bis kurz vor dem Superbike-Start wieder trocken, doch der Wettergott blieb bei seinem Plan: Noch in der Startaufstellung fing es erneut an zu schneien. Die Konsequenz: Abbruch des Startprozederes. Ob und wann es weiter geht, stand in den Sternen. Es sah zunächst nicht danach aus, als ob sich die Bedingungen noch bessern sollten. Die Rennleitung entschied sich auch in Anbetracht der niedrigen Asphalttemperaturen, das Rennen auf den Sonntag zu verschieben. Dafür sollte das Superpole-Race ausfallen.

Markus Reiterberger konnte die Spitzengruppe einige Runden aufmischen (© Dominik Lack).

Somit lag am Sonntagmorgen etwas Nostalgie in der Luft, denn zwei große Rennen an einem Tag zu fahren, war lange Standard in der Superbike-WM. Pünktlich zu diesem „Revival“ zeigte sich sogar die Sonne wieder. Die Temperaturen blieben aber frostig. Vier Grad waren es um elf zum Start des ersten Laufes, sechs Grad betrug die Streckentemperatur. Die Pirellis performten aber erstaunlich gut, wie die Piloten schon nach Warm Up berichtet hatten.

Alvaro Bautista holte auch Sieg Nummer zehn und elf (© Dominik Lack).

In Lauf 1 preschte Alvaro Bautista von der Pole aus in Führung. Markus Reiterberger startete gut und blieb – auch wenn er das Tempo des Spaniers nicht mitgehen konnte – auf Platz zwei, Im Laufe des Rennens bekam er es mit Jonathan Rea zu tun, der nicht noch weitere Punkte auf Bautista verlieren wollte. „Reiti“ musste den Weltmeister ziehen lassen und wurde noch von einigen anderen Gegnern überholt. Ins Ziel kam der Obinger auf Rang sechs. Bautista gewann unterdessen das zehnte Rennen und bereite der Konkurrenz weiter Kopfschmerzen.

Einen Plan hatte Jonathan Rea für Lauf 2. Schon in der Anfangsphase schob sich der Nordire an die Spitze und versuchte, Bautista keinen Spielraum zu lassen. Der Spanier hatte es nicht leicht, sich an der Kawasaki vorbeizuzwängen und erst in Runde sechs ging er in Führung. Ab da wurde es für Rea immer schwieriger, denn Chaz Davies und Michael van der Mark hatten ebenfalls einen Weg an ihm vorbei gefunden. Rea fightete wie ein Löwe, als er jedoch wieder Zweiter war, war der Ducati-Zug um Alvaro Bautista schon abgefahren. Stattdessen kam es zu einem Duell, das die Herzen der holländischen Fans höher schlagen ließ: Michael van der Mark eroberte nach einem harten Kampf in der letzten Runde den zweiten Platz. Das Podium lautete: Bautista, Van der Mark, Rea.

Insgesamt brachte das Rennwochenende von Assen 2019 ganz besondere Szenen: Piloten, die alle mit großen Fragezeichen im Gesicht durch die Boxengasse tigerten, Schneefall in der Startaufstellung und zwei Rennen am Sonntag. Nur der Sieger war kein neuer für die noch junge Saison: Alvaro Bautista.

 

Text: Dominik Lack

Fotos: Dominik Lack

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.