Zwölf Jahre nach Ben Spies´ WM-Titel ist Yamaha wieder zurück an der Weltspitze der Superbikes. Toprak Razgatlioglu holte mit Platz zwei im ersten Lauf von Indonesien vorzeitig den Titel. Das Drehbuch für den Titelgewinn hätte spannender nicht geschrieben werden können.

Die Rennaction begann mit einer ersten Nervenprobe. Während die Superbikes in der Startaufstellung standen, begann es in zwei Sektoren zu regnen. Verunsichert entschied sich die Rennleitung, den Start zu verzögern. Die Piloten wurden nach wenigen Minuten in die Warm Up-Lap geschickt, nur um festzustellen, dass für die betroffenen Abschnitte Slicks unfahrbar sind. Es wurden erneut rote Flaggen geschwenkt und die Piloten bekamen Zeit, sich für eine Reifenvariante zu entscheiden.

Mit einer Viertelstunde Verspätung ging es denn endlich in den ersten Lauf, auf Slickreifen bei den Top-Piloten, so auch die WM-Rivalen Toprak Razgatlioglu und Jonathan Rea. Letzterer stürmte nach vorn als die roten Lichter ausgingen. Rea führte das Feld durch Runde eins vor Toprak und Scott Redding. Tom Sykes lauerte mit der BMW bereits dahinter. Den ersten Sturz des Rennens gab es für Wildcard-Pilot Oliver König, der schon nach der ersten Runde die Kawasaki in die Wiese warf.

Vorn machte Toprak Druck auf Rea und bremste sich eingangs der dritten Runde vorbei. Auf dem Vormarsch war auch Axel Bassani, der selbst noch um den Independet-Titel fuhr. Bassani tauchte auf Rang drei auf und ging denn auch an Rea vorbei. Anschließend nahm er auch Toprak ins Visier.

Rea will die Gegner nutzen

Die Führung konnte Bassani nur kurz übernehmen, denn Jonathan Rea wollte den Rookie nutzen, um Luft zwischen sich und den WM-Leader Toprak zu bringen. Dieses roch den Braten und konterte mit einer schnellsten Rennrunde. Obwohl die nächsten schnellsten Runden auf Reas Konto gingen, wagte Toprak bei noch zwölf Runden einen Angriff auf die Führung.

Es folgte ein beinhartes Duell um den Titel. Toprak und Rea überholten sich hin und her. Jedoch konnten sich die beiden nicht von den Gegnern lösen. Mittlerweile war Scott Redding auf Platz drei aufgetaucht. Der Ducati-Pilot fasste sich bei noch neun Runden ein Herz und bremste an Rea vorbei auf zwei.

Einen Warnschuss gab es anschließend für Toprak, dem beim Anbremsen im letzten Sektor beinahe das Vorderrad wegrutschte. Der Türke slidete in die Auslaufzone und fand sich anschließend auf Platz drei wieder. An der Spitze arbeitete sich Rea an Redding heran und klebte am Hinterrad des Briten. Einen minimalen Fehler Reddings nutzte Rea, um die Führung zu übernehmen.

Packend wurde es in den letzten drei Runden um Platz zwei. Toprak – den Titel im Auge – attackierte Redding und gab nun alles. Trotz eines Rückstands auf den Führenden Rea und der Gewissheit, dass auch Platz zwei mathematisch für den Titel reichen würde, fuhr Toprak Razgatlioglu auf Messers Schneide. Zwei schnellste Rennrunden legte der Pata Yamaha with BRIXX-Pilot am Ende hin.

An Rea kam Toprak allerdings nicht mehr heran. Als frühzeitiger Weltmeister durfte er sich dennoch feiern lassen. Jonathan Rea gewann das Rennen, Scott Redding rundete das Podium ab. Als Vierter kam Andrea Locatelli ins Ziel gefolgt von seinem italienischen Landsmann Axel Bassani und Michael van der Mark.

Hier geht es zum Rennergebnis des ersten Laufes.

 

 

Text: Dominik Lack

Foto: Dominik Lack

 

 

 

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