Alvaro Diaz hieß der glückliche Sieger des zweiten WorldSSP300-Rennens der Saison 2022. In einem typischen Supersport-300-Thriller konnte sich der Spanier durchsetzen und sich zum richtigen Zeitpunkt Luft verschaffen. Perfekt war auch das Timing von Lennox Lehmann. Der Deutsche fuhr zum zweiten Mal an diesem Wochenende aufs Podium.

Alvaro Diaz hatte den besten Start, wurde aber noch in der ersten Runde von Marc Garcia eingefangen. Dahinter lauerte ein Kawasaki-Quartett, das die beiden Yamahas auf keinen Fall entwischen lassen wollte. Mit von der Partie war auch Dirk Geiger, der seinen achten Startplatz bestätigte. Lennox Lehmann arbeitete sich von Platz 25 nach vorn und kam als 17. aus der ersten Runde zurück.

In Runde zwei schaffte es Victor Steeman, die Führung zu übernehmen und es entwickelte sich ein packender Kampf, in den auch Steemans Markenkollege Inigo Iglesias einstieg. Sylvain Markarian wurde indes ein Frühstart angezeigt, weshalb der Franzose eine Long Lap-Penalty absolvieren musste.

Die Positionen an der Spitze wechselten stetig und besonders die lange Gegengerade wurde zu einem Windschattenschlachtfeld. Dirk Geiger hielt sich aus den Scharmützeln größtenteils heraus und bewegte sich als stummer Beobachter auf Platz neun. Lennox Lehmann setzte seine Aufholjagd fort und lag bei noch zehn Runden bereits auf Platz zwölf.

Zur Rennmitte ging es für Lehmann einige Plätze nach hinten. Seine Gegner zu diesem Zeitpunkt fighteten allerdings am Limit. Dies zeigte der Sturz vom Slowenen Gasper Hudovernik und Iker Garcia. Letzterer musste Ruben Bijman ausweichen. Garcia und Hudovernik gingen zu Boden. Vorn konnte sich derweil kein Fahrer final herauskristallisieren, auch wenn Victor Steeman und Marc Garcia federführend waren.

Erst in den letzten vier Runden gelang einem Piloten ein Ausreißversuch. Alvaro Diaz nutzt die Gunst der Stunde und brachte einige Meter zwischen sich und die streitenden Gegner. Mehr als eine Sekunde konnte der Spanier auffahren. Victor Steeman verabschiedete sich derweil mit einem Sturz aus der Spitzengruppe.

Während sich vorn Diaz den Sieg nicht mehr entreißen ließ, tobte dahinter ein harter Kampf um Platz zwei. Mirko Gennai ging in Führung in die letzte Runde, doch dann waren Ieraci und Iglesias zur Stelle. Mit Ruben Bijman und Yuta Okaya rutschten in Kurve 7 zwei Kawasakis aus dem Rennen. Kurz darauf stürzten auch noch zwei weitere Piloten, bevor es auf die Gegengerade ging.

Lennox Lehmann hatte sich bis dato zurückgehalten. In der Schikane vor der mehr als einen Kilometer langen Geraden jedoch holte er Schwung und es gab kein Halten mehr. Mit der Power der einzigen KTM im Feld und einer gehörigen Portion Windschatten rauschte Lehmann an den Gegnern vorbei und bog als Dritter in die Zielkurve ein. Diese Position hielt der Dresdener und fuhr das zweite Podest seiner WM-Karriere ein. Dirk Geiger, der mit seinem Landsmann in der Auslaufrunde überschwänglich Wheelies fuhr, kam als 13. ins Ziel.

 

Text: Dominik Lack

Foto: Freudenberg Racing Team

 

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