Nachhaltigkeit im Rennsport wird von immer mehr Teams, Herstellern und Initiativen aufgegriffen. Kürzlich gab auch das Ten Kate Racing-Team ein zukunftsweisendes Projekt bekannt.

Ein Projekt der besonderen Art startete das Ten Kate-Racing-Team vor knapp zwei Wochen. Die Supersport-Mannschaft aus Nieuwleusen in den Niederlanden verkündete eine Kooperation mit dem Deutschen Unternehmen Project 1 Explorer aus Wilhelmshaven. Gemeinsam riefen sie die Initiative Motonext ins Leben, mit der Mission, Motorsport zukünftig nachhaltiger zu gestalten. Der Weg dahin soll über die Vernetzung innovativer Ideen und das Motorrad als mobiles Labor führen.

In den vergangenen 1,5 Jahren habe man ein Netz aus Interessengruppen aufgebaut, das kurzfristig zur Nachhaltigkeit des Sports beitragen solle, heißt es in der Pressemitteilung von Ten Kate Racing. Mit an Bord seien u. a. der Motorradhersteller Yamaha, Öllieferant Putoline, Kraftstoffentwickler ETS, Faserspezialisten, Reifenhersteller Pirelli und der  Bremsbelagsspezialist SBS, die Universität Twente, der Niederländische Motorsportverband KNMV sowie der Weltmotorradsportverband FIM.

“Zusammen mit Ten Kate werden wir unsere und ihre Erfahrungen und Ideen nutzen und weiter ausbauen, um den Motorsport nachhaltiger zu gestalten. Unserer Meinung nach ist Ten Kate eines der besten Teams der Welt. Sie haben alles, was es braucht, um dieses Projekt zu einem Erfolg zu machen, weil sie wissen, was es braucht, um zu gewinnen und Champion zu werden, aber auch, weil sie bereit sind, dieses Wissen zu teilen. In den letzten anderthalb Jahren haben wir hinter den Kulissen hart daran gearbeitet, eine entsprechende Organisation aufzubauen, und die ersten Ergebnisse sind äußerst positiv und hoffnungsvoll. Ohne solche Initiativen ist die Zukunft des Motorsports äußerst ungewiss.“, erklärt Hans Bernd Kamps, CEO bei Project 1 Explorer, die bereits seit 2018 im Auto-Langstreckenbereich Erfahrung gesammelt haben.

Doch was bedeutet das im Speziellen?

Die Maßnahmen, die von Unternehmen im Motonext-Projekt umgesetzt werden, sind vielfältig: Öl wird nach dem Training und den Rennen re-raffiniert und wiederverwendet, was zu einer Senkung der CO2-Emissionen um 80% führen soll. Dazu beitragen soll außerdem der Einsatz pflanzlicher Krafstoffe, mit denen Emissionreduktionen von mehr als 90% möglich sind. Diese Wende wird ab 2024 auch in der MotoGP offiziell eingeleitet. In der Königsklasse wird der Kraftstoffverbrauch bis dahin zu 40% auf pflanzliche Alternativen umgestellt, bis 2027 sollen es 100% sein.

Motonext zeigt, dass die aktuelle Motorengeneration mit einem 100% pflanzlichen Kraftstoff praktisch die gleichen Ergebnisse erzielt und dabei die CO2-Emissionen um mehr als 90% reduziert. Der pflanzliche Ersatz für Plastik und/oder Kohlenstoff liefert ebenfalls diese Zahlen. Als Ten Kate Racing und Ten Kate Motors wollen und können wir dabei eine Vorreiterrolle übernehmen. Diese Rolle passt zu uns und unseren Ambitionen. In dieser Saison werden wir die ersten Ergebnisse dieses Projekts auf der Ebene der Weltmeisterschaft anwenden.“, fügt Ten Kate-Chef Ronald Ten Kate an und verweist auf den Einsatz von pflanzlichen Rohstoffen als Ersatz für Kohlenstoff- und Kunststoffteile, zum Beispiel bei Verkleidungselementen.

 

Text: Dominik Lack

Foto: Dominik Lack

 

 

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