Nach einem verregneten Auftakt präsentierte sich der zweite Testtag der WorldSBK auf dem Circuito de Jerez – Ángel Nieto zumindest freundlicher. Nicolo Bulega, der den ersten Tag ausließ, meldete sich mit der Bestzeit zurück.

Bulega, der im vergangenen Jahr nach dem Gewinn des Vizetitels für zwei Rennwochenenden in der MotoGP zu sehen war, legte am Donnerstag 20 Runden zurück. „Ich habe diese Runden genutzt, um wieder ein Gefühl für das Superbike zu bekommen“, so der Italiener. Bulega beendete den Test mit einer Rundenzeit von 1:39,331.

„Mein erster Eindruck vom neuen Ducati-Modell ist gut. Ich habe es bereits im Oktober hier getestet. Es fühlt sich positiv an, aber es ist immer noch ein neues Motorrad, also müssen wir weiterarbeiten und mehr Runden drehen.“ 

Auf Platz zwei landete Alex Lowes. Der Bimota-Pilot war bereits im letzten Jahr in Jerez schnell unterwegs gewesen. Obwohl auch er mit 16 Runden auf der teils feuchten Strecke nur wenig Kilometer sammelte, war Lowes mit dem Rückstand von 0,119 Sekunden zu Bulega zufrieden.  

Xavi Vierge (Pata Maxus Yamaha) war der schnellste Yamaha-Pilot des Tages. Mit 1:39,770 belegte er Rang drei und absolvierte 34 Runden, die vor allem der Konstanz und dem Set-up dienten. Hinter Vierge folgten Ducati-Pilot Sam Lowes und BMW-Testfahrer Michael van der Mark.

Beim neu aufgestellten RoKiT BMW Motorrad WorldSBK Team stand der Test klar im Zeichen der Entwicklungsarbeit. MotoGP-Umsteiger Miguel Oliveira war mit einer 1:40,447 Zwölftschnellster. Teamkollege Danilo Petrucci lag knapp vier Zehntelsekunden dahinter. 

Bei Honda blickte man zunächst mit Spannung auf den ersten Einsatz von Jonathan Rea. Der sechsfache Weltmeister stieg erstmals als Testfahrer des japanischen Herstellers aufs Bike. Auch wenn ich körperlich noch nicht bei 100% bin, war es doch schön, einen ersten Eindruck von der CBR zu bekommen und ein gutes Gefühl zu kriegen“, so Rea, der nach seiner unglücklichen Verletzung beim Saisonfinale 2025 noch immer kämpft.

Für Reas Testarbeit geht es zunächst darum, ein generelles Gefühl für das Bike zu kriegen. „Ich muss das Motorrad Schritt für Schritt verstehen bevor ich irgendwelche größeren Teile teste. Klar werden wir in den nächsten Monaten die Liste abarbeiten, aber für mich geht es erstmal darum, das volle Potenzial des Bikes auszufahren. Bei knapp 50 Runden hier sind wir davon noch weit entfernt.“ 

Jake Dixon, der aus der Moto2 in die WorldSBK wechselt, geht derweil ebenfalls die Gewöhnung an die Honda weiter. Der Brite landete knapp hinter Oliveira auf Rang 13. Sein Teamkollege Somkiat Chantra musste wegen einer Trainingsverletzung aussetzen. 

Weiter geht es für die WorldSBK-Piloten nächste Woche (28. /29. Januar) in Portimão. Es wird der letzte offizielle Test in Europa sein, bevor die Teams zum letzten Vorsaisontest nach Australien reisen.

Hier geht es zur Zeitenliste des WorldSBK Tests in Jerez.

Text: Dominik Lack
Foto: WorldSBK.com

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