WSBK: Einzelbetten und Boxenradio. Die Corona-Maßnahmen bei Yamaha

Das Superbike-Saisoncomeback rückt immer näher. In zwei Wochen kehrt die WorldSBK zurück. Dann findet auf dem Circuito de Jerez die erste Saisonstation nach der COVID-19-Pause statt. Für die Teams ist nun alles anders. Ein Paar Einblicke in den Umgang mit der Corona-Pandemie an der Rennstrecke gibt das Pata Yamaha WSBK-Team in einem Youtube-Video.

Die erste Maßnahme ist stets, sicherzustellen, dass niemand im Team mit dem Corona-Virus infiziert ist. Deshalb werden vor dem ersten Betreten des Rennstreckengeländes Tests durchgeführt. Während des Rennwochenendes werden mehrere Bluttests durchgeführt, bei denen die einzelnen Teammitglieder*innen auf Antikörper untersucht werden. 

Grundsätzlich gilt zudem eine Maskenpflicht im Fahrerlager und daran hält man sich auch in der Yamaha-Box. Wenn Mechaniker*innen besonders eng zusammenarbeiten, müssen FFP2-Masken getragen werden. Das ist etwa der Fall, wenn gemeinsam am Motor oder der Front-Partie des Bikes gearbeitet werden muss. Außerdem stellt das Team Schutzbrillen oder Schild-Masken bereit.

Zusätzlich zu äußeren Maßnahmen, zu denen auch Desinfektionsstationen gehören, bekommen die Teammitglieder auch verschiedene Vitamin-Zusammenstellungen, um das Immunsystem zu stärken. Normalerweise teilen sich mehrere Mechaniker*innen ein Zimmer, beziehungsweise schlafen in Hochbetten in den Trailern. Mit dem neuen Corona-Protokoll sind die Teammitglieder jedoch in Einzelzimmern untergebracht. Der Grund dafür ist nicht nur der Sicherheitsabstand, sondern auch ein gesunder Schlaf. Dieser soll ebenfalls dem Immunsystem helfen.

Teamchef Paul Denning erklärte außerdem in dem Video, dass der wichtigste Faktor die Fahrer (Toprak Razgatlioglu und Michael van der Mark) sind. Erkrankt einer der beiden Piloten, ist die Saison beendet. Deswegen hat ihre Sicherheit einen gesonderten Stellenwert. Um die Arbeit der Rennfahrer noch sicherer zu gestalten setzt man außerdem auf technische Hilfsmittel. So geben die Fahrer ihr Feedback über Handmikrofone und Funkstrecken anstatt mündlich. So können auch Ingenieur*innen, die nicht in unmittelbarer näher der Piloten sind, die die Erklärungen zum Fahrgefühl mit hören. Diese Neuerung könnte auch nach der Pandemie bestehen bleiben, erklärte Denning.

Gleichzeitig bleibt die Yamaha-Box jedoch für Nicht-Teammitglieder*innen geschlossen. „Wir können nur unsere Leute testen und kontrollieren. Wir haben nicht nur uns selbst gegenüber eine Verantwortung, sondern auch gegenüber der Dorna und der Meisterschaft. Ich hoffe alle Teams nehmen auf dem gleichen Level die Verantwortung wahr und halten die Show am Laufen.“, fuhr Denning fort und entschuldigte sich im gleichen Atemzug bei allen Journalist*innen und all den Personen, die normalerweise in der Yamaha-Box zu Gast sind. Presse wird es nämlich ohnehin nicht an den Rennstrecken geben.

 

Text: Dominik Lack

Foto: WorldSBK.com

 

 

 

 

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