WorldSSP-Assen: Öttl „will zeigen, dass die Kawasaki konkurrenzfähig ist“

Philipp Öttl geht als WM-Viertel nach Assen. Der Deutsche zeigte sich in seiner zweiten vollen Saison in der Supersport-WM konstant. Bis auf den Sturz im zweiten Lauf von Aragón kam Öttl in jedem der sechs Rennen mindestens auf Platz sechs ins Ziel.

Du warst bis auf ein Rennen immer in den Top 6 zu finden. Bist du mit dem Saisonstart zufrieden?

Ja schon. Die ersten drei Veranstaltungen waren gut. In den ersten vier Rennen war ich dreimal auf dem Podest, in Estoril sogar zweimal. Misano war nicht so ganz unser stärkstes Wochenende. Nach dem Sturz zu Beginn des Wochenendes habe ich mich zwar eigentlich wieder ganz gut gefühlt, aber es war ein sehr enges Wochenende. Insgesamt bin ich ganz zufrieden, denn wir sind immer gut dabei. Das ist das wichtige vor allem in Hinblick auf die lange Meisterschaft. Man muss Wochenende für Wochenende abwarten, denn nach jedem Rennen kann sich das Ganze drehen. Speziell jetzt am Anfang hat man mal einen Fahrer gesehen, der ganz weit hinten war und beim nächsten Mal war er wieder vorn dabei.

Was war deine größte Überraschung bisher in dieser Saison?

Eigentlich hat es keine so großen Überraschungen gegeben. Yamaha ist schnell, Kawasaki ist aber auch gut. Alles ist ganz gut ausbalanciert. Eine Überraschung ist vielleicht, dass alles enger zusammen ist als im letzten Jahr. Das Level ist höher.

Du bist einer von sechs Kawasaki-Fahrern. Wünschst du dir von deinen Markenkollegen manchmal ein bisschen Schützenhilfe?

Letztes Jahr war ich mit Lucas Mahias zusammen im Team und da war das Level extrem hoch. Wir sind schließlich Zweiter und Dritter in der WM geworden. Auch wenn es hart war, haben wir uns gegenseitig gepusht. Für uns beide war es insgesamt ein gutes Jahr. Ich glaube, Lucas hat im Vorjahr mit Hikari Okubo auch einen fordernden Teamkollegen gehabt, aber ich denke, ich habe ihn noch mehr gefordert. Mit DerRosa haben wir eigentlich noch einen starken Fahrer und auch mit Can, der sehr jung ist. Am Ende versuche ich natürlich, bester Kawasaki-Fahrer zu sein. Das ist aber nicht mein primärer Fokus. Ich will zeigen, dass die Kawasaki ein konkurrenzfähiges Motorrad ist.

Wirst du denn manchmal als Kawasaki-Fahrer in der Supersport-WM belächelt?

Was ich eigentlich am blödesten finde, ist, was zum Teil vor der Saison gesagt wurde: „Du sitzt zwar auf einer Kawasaki, aber du musst trotzdem Weltmeister werden.“ Die Kawasaki hat Strecken, auf denen sie gut ist, und welche, auf denen es ein Paar Schwierigkeiten gibt. Sie hat Vor- und Nachteile, genauso wie die Yamaha. Es gibt schließlich auch Yamaha-Fahrer, die in der WM hinter uns sind. Ich kann mich nicht beschweren, denn mir gefällt es da, wo ich bin.

Es geht auf die Saisonmitte zu und die Silly Season beginnt. Gibt es schon Gespräche über deine Zukunft?

Es ist hier etwas anders als in der MotoGP. In der Superbike-WM ist alles etwas langsamer und entspannter. Es wird sich ja nächstes Jahr in der Supersport-WM mit dem Reglement einiges ändern, was ich interessant finde. Da tut sich wenigstens was im Vergleich zur Moto2. Der Aufstieg in die Superbike-WM ist natürlich ein Thema, aber im Moment ist es zu früh. Auf jeden Fall möchte ich in diesem Paddock bleiben, weil es mir hier gefällt. Mir gefallen die 600er und ich könnte mir auch vorstellen, Superbikes zu fahren. Aber egal in welcher Meisterschaft, das Motorrad muss gut sein.

Assen kennst du ziemlich lange, bist aber noch nie mit einem größeren Motorrad hier gefahren…

Ja das stimmt. Auf der Strecke ist ein neuer Asphalt und ich denke, schon von daher wird es einige Runden dauern. Aber in Estoril war ich das letzte Mal mit einer 125er und da war es mit dem großen Motorrad auch kein Problem.

Was würdest du sagen, ist dieses Wochenende drin?

Wir müssen schauen. Es waren jetzt 5 Wochen mit wenig Betrieb. Zwar war ich in Most, aber bei dem geplanten Zwei-Tage-Test mit dem Trainingsmotorrad ist mir ein Motor kaputt gegangen. Ich habe deshalb nur einen halben Tag gehabt, was ein bisschen schade war. Jetzt heißt es einfach wieder anfangen und probieren, was geht.

 

Text: Dominik Lack

Foto: Sebastian Lack

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