WSBK: Vergangenheit und Zukunft der Superbikes, Gregorio Lavilla

Ein Mensch im Superbike-Fahrerlager, den viele noch aus seiner aktiven WM-Zeit kennen, ist heute gefragter denn je. Die Rede ist von Gregorio Lavilla, früher Werksfahrer bei Kawasaki oder Suzuki und heute Sporting Director für die Dorna. In einem Interview, das das Kawasaki Racing Team (KRT) führte, sprach der Spanier über die Vergangenheit und die Gegenwart der Superbike-WM.

Zunächst wurde über die Karriere des heute 45-Jährigen reflektiert. Als größte Herausforderung sah Lavilla das Jahr 1998 an. Damals war er mit einer privaten Ducati 916 im De Cecco-Team unterwegs und konnte in seiner ersten vollen WorldSBK gleich zweimal auf das Podest fahren. 

Im Folgejahr stieg er auf Kawasaki um und steigerte sich sofort. Die damalige Ninja ZX-7RR beschreibt er wie folgt: „Die ZX-7RR war in Sachen Power etwas kompliziert. Zu der Zeit hatten viele der Maschinen, gegen die ich angetreten bin, größere Motoren und mehr Leistung. Nichtsdestotrotz hatte sie ein gutes Chassis und ein gutes Handling, vor allem auf kurvenreichen Strecken.“

Für das Werksteam fuhr Lavilla drei Jahre lang, bevor er 2002 zu Alstare Suzuki ging. Die Zeit war für ihn – trotz einiger guter Ergebnisse – keine leichte. Einen Rückschlag gab es zum Beispiel 2000, als er sich in Monza an der Hüfte verletzte. Vier Rennwochenenden musste Lavilla auslassen. Umso mehr sieht er es heute als Genugtuung, damals trotz einer so schweren Verletzung nach relativ kurzer Zeit zurückzukommen und sogar noch auf das Podium zu fahren:

„In einer so kurzen Zeit zurückzukommen, gute Ergebnisse in Brands Hatch zu holen und in Oschersleben auf dem Podest zu landen, war sehr erfüllend, vor allem, weil damals das Kawasaki Racing-Team unter der Leitung des Deutschen Harald Eckl stand und viele Teammitglieder deutsch waren.“

3 Podestplätze holte Gregorio Lavilla auf Kawasaki

Für das Eckl-Kawasaki-Team war Oschersleben damals eines von zwei Heimrennen, denn es wurde auch in Hockenheim gefahren. Das System, zwei Saisonstationen auf deutschem Boden auszutragen – 1999 fuhr man auf dem Nürburgring und in Hockenheim, dann in Oschersleben und Hockenheim und schließlich in Oschersleben und am Lausitzring – ließen die Flamigni-Brüder, unter deren Führung die Superbike-WM damals stand, erst 2003 fallen.

Zu dem Zeitpunkt näherte sich Lavillas WM-Karriere so langsam wieder dem Ende. Nach zwei Suzuki-Jahren mit insgesamt sieben Podiumsplatzierungen und einem Jahr als Testfahrer u. a. für die MotoGP wechselte er 2005 in die British Superbike-Meisterschaft, wo er nicht nur auf Anhieb siegte, sondern auch gleich den Titel holte, allerdings auf einer Ducati 999. Die meisten der Strecken, auf denen in UK gefahren wurde, waren neu für ihn.

„Ich war auf dem Höhepunkt meiner persönlichen Karriere, hatte aber aufgrund äußerer Umstände keinen Job. Ich hatte einen Vertrag mit Suzuki für die Superbike-WM 2003. Dann haben sie sich entschieden, 2004 nicht mehr anzutreten, also wurde ich MotoGP-Testfahrer. Meine Erfahrung war für das Airwaves Ducati-BSB-Team wichtig. Nicht nur, was das Setup des Bikes angeht, sondern auch wegen meinem Verlangen, das weiterzumachen, was ich liebte.“ Die Zweifel, die man als Fahrer hat, der zum ersten Mal in einer Serie fährt und die Strecken nicht kennt, konnte Lavilla recht schnell vergessen. „Das Team, für das ich gefahren bin, war sehr professionell und hatte sehr gutes Equipment.“

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